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Schon morgens loderte das Feuer

Handwerkertage des Heimatvereins als Zuschauermagnet
Brot und Kuchen waren die Renner

Von unserem Mitarbeiter Peter von Döllen Hambergen.

Rauch steigt auf. In der Scheune lodern hohe Flammen aus glühender Kohle. Heinz Hermann zieht eine Stahlstange aus der Hitze. Er nickt zufrieden mit dem Kopf und greift zum großen Schmiedehammer. Mit großer Wucht lässt er das schwere Werkzeug auf das heiße Eisen sausen.
In kleinem, aber sicherem Abstand drängeln sich die Zuschauer. Die alte Schmiede ist eine der vielen Attraktionen der traditionellen Handwerkertage des Heimatvereins Ströhe-Spreddig. Über 1000 Besucher kommen regelmäßig an den Sonntagen auf das Gelände rund um Moorkate und Heimathaus in Hambergen, schätzt der Vorsitzende Werner Prigge.

Wahrscheinlich ist das noch untertrieben. Die gute Mischung macht den Erfolg der zweitägigen Veranstaltung aus. "Das geht alles über Mundpropaganda", freut sich Prigge. In diesem Jahr gab es über 70 Stationen, Stände und Vorführungen zu bestaunen. "Das ist wieder eine Steigerung gegenüber letztes Jahr", verrät Joachim Krohn vom Heimatverein. Seit 14 Tagen arbeiten die Mitglieder an den letzten Vorbereitungen. Prigge: "Aber eigentlich sind wir das ganze Jahr mit den Handwerkertagen beschäftigt."
Viele Besucher sind besonders von den alten Geräten und Maschinen fasziniert. Das liegt vermutlich an den vielen Handwerkern, die das Ganze aufleben lassen. "Es ist toll, wenn man viele Dinge in Aktion erleben kann. Wenn die nur rumliegen, ist es nur halb so interessant", sagt Erwin Fraisler anerkennend.
Er ist das erste Mal gekommen. Ihm haben es vor allem die Dreschmaschine und die alten Trecker angetan. Vieles kennt er noch aus seiner Jugend. Oft können Interessierte auch mal selber Hand anlegen und beispielsweise ein Unterhemd auf dem Waschbrett waschen.

"Zum Glück haben wir noch viele Handwerker, die das erklären und vorführen können", sagt Werner Prigge etwas nachdenklich. Die werden immer älter und die Sorge nach Nachwuchs ist unüberhörbar. Der Heimatverein möchte deshalb möglichst bald alle Geräte und Maschinen katalogisieren und mit ausführlichen Beschreibungen versehen.

Wie immer haben die Mitglieder auch den Steinofen angeheizt. Das erste Feuer loderte schon am frühen Morgen im Backraum, als sich noch kein Besucher in der Museumsanlage tummelte. "Da haben wir schon die ersten Brote gebacken", erzählt Werner Feldmann. Gerade sind zwei Bleche Butterkuchen hinter der Luke verschwunden. Brot und Kuchen sind die Renner bei den Gästen.

Natürlich gibt es auch andere leckere Speisen und Getränke. Von Schwenkbraten über handgemachte Wurst und Reibekuchen bis zu Kaffee und Torte ist alles dabei, was das Herz begehrt. Ein sehr wichtiger Bestandteil sind die vielen Stände, an denen sich Hobbykünstler und Kunsthandwerker darstellen können. Hier gibt es so manche kleinere Entdeckung zu machen.

So bietet beispielsweise Karla Rothe kleine Gläser mit Löwenzahnmarmelade an. Immer wieder muss sie erklären, wie diese gemacht wird: "Nur die gelben Blütenblätter werden dafür verwendet. Das ist eine Heidenarbeit." Die Blüten werden eingeweicht, durchgesiebt und anschließend gekocht. Aus einem großen Berg Blütenblätter gibt es gerade mal fünf Gläser Marmelade.

Ölgemälde, Teddies, Honig, Räucheraale, Schmiedearbeiten, Stoffarbeiten, Fensterbilder, Steinmetze und Blumengestecke. Alles Erdenkliche ist vertreten. Viele Aussteller kommen immer wieder. Sie sind vom Konzept überzeugt. "Ich verkaufe nicht unbedingt etwas. Aber für die Möglichkeit, meine Schiffsmodelle zu zeigen, lohnt sich das Kommen", meint Otto Hengstler aus Bremen.
In diesem Jahr gab es auch mehr Platz. Die Gemeinde hat 750 Quadratmeter angrenzendes Gelände gekauft, das dem Verein zur Verfügung steht. Auch die Kinder kamen auf ihre Kosten. Am Sonntag sorgte der Reitverein für kostenloses Ponyreiten. Die Großen konnten stattdessen eine Runde im Erntefestwagen drehen. Sonntagabend räumten die Mitglieder zufrieden auf. Doch der Blick richtete sich schon wieder auf die nächsten Veranstaltungen.